Reflexintegration

Frühkindliche Reflexe sind angeborene, unwillkürliche Bewegungsmuster. Sie sind wichtig für den Geburtsvorgang, sichern das Überleben und richten uns auf, von der horizontalen Lage ins Sitzen, Stehen und Gehen. Normalerweise werden diese Reflexe in den ersten Lebensjahren integriert und von den reifen Haltereflexen abgelöst. Herausforderungen insbesondere während der Schwangerschaft oder Geburt, sowie Einschränkungen in der motorischen Entwicklung im ersten Lebensjahr können dazu führen, dass bestimmte Frühkindliche Reflexe im Körper aktiv bleiben. Manchmal können diese Reflexe auch später im Leben, etwa infolge eines Unfalls oder anderer traumatischer Ereignisse, wieder in Erscheinung treten. Nicht integrierte primitive Reflexe können zu Beschwerden oder Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Erwachsenen führen. Hierzu gehören zum Beispiel:

  • Schmerzen oder Verspannungen im Bewegungsapparat
  • Sprachentwicklungsverzögerungen
  • Undeutliche Artikulation
  • Ungeschicklichkeit beim Essen
  • Häufiges Stolpern
  • Körperliche Unruhe und schnelle Ablenkbarkeit (ADHS/ADS)
  • Bettnässen
  • Emotionale Unausgeglichenheit mit den dazugehörigen Gefühlsausbrüchen (Impulskontrolle)
  • Kopfschmerzen
  • Probleme beim Rechnen
  • Lese- und Rechtschreibeschwierigkeiten LRS, Legasthenie
  • Schwierigkeiten mit der Grob- oder Feinmotorik
  • Schwierigkeiten beim Lernen und bei den Hausaufgaben
  • Ängste
  • Reizempfindlichkeit, "Hochsensibilität"
  • Zehengänger, Fersengänger

Mit spezifischen Tests ermittle ich die nicht integrierten, fortbestehenden frühkindlichen Reflexe. Durch gezielte Bewegungsabläufe und Berührungen ausgewählter Zonen, werden diese Reflexe gehemmt oder zur Ausreifung gebracht. Nur so können die Sinneswahrnehmung und die motorischen Fähigkeiten ihre Aufgaben zufriedenstellend erfüllen und emotionale Ausgeglichenheit sich einstellen.

Seit den 1990er-Jahren beschäftige ich mich als Kinesiologin mit frühkindlichen Reflexen (auch primitive Reflexe genannt). Zahlreiche Weiterbildungen haben mein Verständnis dafür vertieft und meine Erfahrung ihrer Integration mit verschiedenen Methoden erweitert. 

Heute arbeite ich vor allem mit der Methode F&W-Reflexintegration, die sehr sanft ist und effizient wirkt. Ein Vorteil ist, dass meist nur wenige oder keine Übungen für zu Hause nötig sind. In manchen Fällen kann ein neues Bewegungsmuster dennoch unterstützt werden, wenn es über einen bestimmten Zeitraum regelmässig zu Hause wiederholt wird. 

Die Integration frühkindlicher Reflexe kombiniere ich häufig mit kinesiologischen Methoden. 

 

Die Rolle der Eltern
Meistens sind die Eltern erleichtert, endlich mögliche Antworten auf ihre Fragen gefunden zu haben. Sie unterstützen ihr Kind gerne dabei, neue Bewegungsmuster zu entwickeln um den Alltag gelassener, einfacher und freudiger meistern zu können.

 

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